Carola Vogt | Peter Boerboom
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Landschaften repräsentieren das ›Natürliche‹ – oder die Konvention des ›als natürlich Erscheinenden‹. Sie sind Projektionsfläche für alles Natürliche und gleichzeitig Umgebung für Gemachtes.

Uns interessieren die Landschaften an der Nahtstelle zur Zivilisation. Vorwiegend hier finden sich Orte und Situationen, an denen die ›schöne Landschaft‹ bzw. die sie konstituierenden Idealvorstellungen mit den Ausläufern der städtischen Bebauung konfrontiert werden. Vor einem landschaftlichen Hintergrund befinden sich anonyme, oft unerklärliche architektonische Versatzstücke, die in die Vegetation eingebettet und mit ihr verwoben sind.

Diese isolierten Bauten, die nicht in einem gewohnten städtischen oder architektonischen Zusammenhang stehen, zeugen vom erstaunlichen Gestaltungswillen des Menschen und den Gestaltungskonventionen einer Gesellschaft.

Mit unserer fotografischen Arbeit wollen wir nicht dokumentieren, sondern zeichenhafte Bilder erzeugen. Die beiden Komponenten Landschaft und Zivilisation lösen sich auf in einem Schwarzweiß-Gebilde aus Linien und Flächen. Und dabei geben sie zu erkennen, was Landschaft immer auch gewesen ist: eine Konstruktion und eine Erfindung in der Kunst.
 
Carola Vogt und Peter Boerboom



in: Landschaften, Fotografische Arbeiten 1997-2005, Verlag für moderne Kunst Nürnberg, 2005
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